IN ERINNERUNG AN
Alexandra, Baronin van Zuylen van Nijevelt van de Haar
1957–2026
Am Freitagmorgen, dem 23. Oktober 2026, ist Alexandra, Baronin van Zuylen van Nijevelt van de Haar, im Alter von 69 Jahren verstorben.
Mit Alexandra van Zuylen verliert die Stiftung ein sehr engagiertes ehemaliges Mitglied des Aufsichtsrats. Seit 1996 setzte sich Alexandra gemeinsam mit ihrem Vater Thierry van Zuylen unermüdlich für die Zukunft ihres ehemaligen Familienbesitzes Schloss De Haar in Haarzuilens ein. Alexandra war bis einschließlich 2024 Mitglied des Aufsichtsrats.
Biografie
Alexandra Hélène Marguerite, Baronin van Zuylen van Nijevelt van de Haar, wurde am 15. Februar 1957 in Neuilly-sur-Seine als älteste Tochter von Thierry, Baron van Zuylen van Nijevelt van de Haar, und seiner Ehefrau Gabrielle Iglesias Valayas geboren.
Ihre Urgroßeltern, Etienne Baron van Zuylen van Nijevelt van de Haar und seine Gattin Hélène de Rothschild, waren die Begründer des Schlosses in seiner heutigen Form. Etienne ließ den Architekten Pierre Cuypers die mittelalterliche Ruine De Haar auf eine Weise wiederaufbauen, die in Europa ihresgleichen suchte. Es entstand ein wahres „Gesamtkunstwerk“, in das nicht nur die Architektur, sondern auch die Innenausstattung, die Gärten und sogar die Kirche und das Dorf einbezogen wurden.
Im Jahr 1960 erbte ihr Enkel Thierry das Schloss De Haar und das umliegende Landgut Haarzuilens. Er war fest entschlossen, das Schloss in dem Sinne zu erhalten, wie es ursprünglich gedacht war, nämlich als Denkmal für die familiären Bindungen zur Provinz Utrecht, aber auch als Wohnsitz – wenn auch ein extravaganter – für Familie und Freunde. Außerdem beabsichtigte er, genau wie sein Vater vor ihm, das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Um dieses besondere Denkmal für die Zukunft zu erhalten, erwies sich jedoch eine sehr umfangreiche Restaurierung als notwendig, für die die verfügbaren finanziellen Mittel nicht ausreichten. Nach eigenen Angaben bot Baron van Zuylen seinen Töchtern zwei Optionen an: entweder das Schloss zu verkaufen oder das Schloss und den Park einer Stiftung zu übertragen, damit das Schloss erhalten bliebe. Die Töchter entschieden sich einstimmig und ohne Vorbehalt für Letzteres. Zu diesem Zweck übertrug der Baron 1996 das Schloss und den Park der Stiftung „Stichting Kasteel de Haar“. Das umliegende Landgut Haarzuilens übertrug er im Jahr 2000 an den Verein „Natuurmonumenten“, der dabei 20 Millionen Euro in die Stiftung „Stichting Kasteel de Haar“ einbrachte. Mit dieser Finanzspritze konnte die Stiftung zusammen mit den erhaltenen staatlichen Zuschüssen einen Großteil der Restaurierung finanzieren.
Alexandra van Zuylen wuchs in Neuilly-sur-Seine auf und wurde, wie es in jenen Kreisen damals üblich war, größtenteils von einer englischsprachigen Nanny erzogen. In den Monaten August und September hielt sie sich auf dem Schloss auf und besuchte auch die Schule in Haarzuilens. Sie pflegte stets herzliche Beziehungen zu den Einwohnern von Haarzuilens. Ihre Zweisprachigkeit – Englisch und Französisch – kam ihr in ihrem Berufsleben als Englischlehrerin in Paris zugute. Da sie im Sommer in den Niederlanden zur Schule ging, sprach sie auch ein wenig Niederländisch.
Ab 1996 wurde Alexandra van Zuylen von ihrem Vater in die Zukunft des ehemaligen Familienbesitzes einbezogen. Nach dem Tod von Thierry im Jahr 2011 übernahm Alexandra die Verantwortung ihres Vaters. Im Jahr 2025 übergab sie diese Rolle an ihre Schwester Vanessa van Zuylen.
Mit der Gründung der Stiftung und dem Verkauf der Ländereien verzichtete die Familie Van Zuylen auf das Eigentum, behielt jedoch das Recht, im September auf dem Stammschloss zu verweilen. Bis einschließlich 2005 bezog die Familie daher jedes Jahr das Schloss. Bis heute hält sich die Familie noch regelmäßig auf De Haar in der Familienwohnung im Châtelet auf. Bei jedem Besuch brachte Alexandra kleine Aufmerksamkeiten für das Team der Stiftung mit, war stets herzlich und engagiert und zeigte sich äußerst dankbar dafür, wie die Stiftung mit ihrem ehemaligen Besitz umging.
Alexandra war mit Iain Watson verheiratet, mit dem sie zwei Töchter hatte. Die Beerdigung findet in Paris statt. Bis dahin werden die Fensterläden des Schlosses nach alter Adelssitte als Zeichen der Trauer geschlossen.


